Bedienung & Hilfe

Bedienungshilfe zu tinnitus help

Wissen Sie alles über Tinnitus Help fürs iPad? Dieser Abschnitt bietet einige Anleitungstexte.

... als PDF:

Bedienungshilfe Tinnitus Help fuers iPad_v122.pdf [1.441 KB] (Deutsch)

Operationmanual Tinnitus Help for iPad_v122.pdf [1.499 KB] (Englisch)

... html-Version:

Bedienungshilfe Tinnitus Help fuers iPad_v122.htm [453 KB] (Deutsch)

Operationmanual Tinnitus Help for iPad_v122.htm [571 KB] (Englisch)


Kurzfassung

- Der folgende Text ist identisch mit dem in der app angezeigten. -

SO WENDEN SIE TINNITUS HELP AN:

1. Setzen Sie sich Ihre Kopfhörer auf
2. Drücken Sie auf Start
3. Wählen Sie die passende Tinnitusfrequenz für Ihr linkes Ohr, Ihr rechtes Ohr oder für beide Ohren
4. Stellen Sie die Lautstärke so ein, daß Ihr Tinnitus gerade überdeckt ist. Achten Sie aber darauf, daß die Frequenz nicht zu laut ist, sie sollte ganz schwach im Hintergrund wahrnehmbar sein. Wenn Sie Probleme haben, Ihre Tinnitusfrequenz zu finden, dann liegt das daran, daß der Tinnitus in der Regel Ihre Hörschwäche abbildet und Sie eben in diesem Frequenzbereich nicht so gut hören. Bleiben Sie trotzdem bei dieser Frequenz, auch wenn Sie sie kaum wahrnehmen. Ihre auditive Hörrinde wird damit stimuliert und Ihre auditive Wahrnehmung wird gefördert.
5. Ist Ihr Tinnitus immer gleich laut und immer gleichmäßig in derselben Tonhöhe wahrzunehmen? Oder gibt es Schwankungen? Dann stellen Sie mit Vibrato und Tremolo Schwankungen in Tonstärke und Tonhöhe ein
6. Wenn Sie zusätzlich zu Ihrem Tinnitus ein Rauschgeräusch oder zirpendes Geräusch hören, dann wählen Sie sich das entsprechende Geräusch in der passenden Lautstärke dazu.
7. Nun haben Sie sich Ihr Tinnitus-Profil eingestellt, daß Sie sich unter „Einstellungen“ anschauen können.
8. Legen Sie über Ihr gewähltes Tinnitus-Profil ein angenehmes Zusatzgeräusch (Wasserplätschern, Sommer-Regen, Vogelgezwitscher etc.) und steigen Sie in den Prozess der Maskierung ein. Der Tinnitus kann dadurch immer mehr in den Hintergrund rücken und immer weniger wahrnehmbar werden.
9. Möchten Sie noch Musik dazumischen? Dann wählen Sie sich ein angenehmes Stück zum „Umprogrammieren“ aus. Lesen Sie weiter unten, was Sie beim Hören von Musik beachten sollten.
10. Auf der Seite „Einstellung“ finden Sie alle Angaben zu Ihrem persönlichen Tinnitus-Profil im Überblick. Im unteren Drittel der Seite sehen Sie, was für ein Maskierungsgeräusch Sie gewählt haben, bzw. welche Musik Sie zur Umprogrammierung eingestellt haben.
11. Speichern Sie Ihr ganz persönliches Tinnitus-Profil mit Ihrer tinnitus help-Mischung auf der Seite „Einstellung“ mit „Sichern“ ab und greifen Sie an jedem Ort und zu jeder Zeit darauf zu. Wollen Sie an Ihrem Profil oder Ihrer Mischung etwas verändern? Dann gehen Sie zurück zum Anfang und wählen Sie sich über die Tasten aus, was Sie verändern möchten. Möchten Sie ein vollkommen neues Profil anlegen? Über die Startseite und „neu“ können Sie sich eine neue Mischung anlegen. Auch über „Einstellung“, „neu laden“ und „zurück“ kommen Sie ins Hauptmenü zurück. Sie können nun über den Startknopf oben rechts ein neues Profil anlegen.
12. Hören Sie mit Ihrer persönlichen Tinnitus-Einstellung weiter Ihren Tinnitus? Dann verlassen Sie nicht Ihre voreingestellte maximale Lautstärke, sondern beginnen Sie nochmal bei „Start“. Wählen Sie sich eine andere Tinnitusfrequenz, die Ihrer vorigen sehr ähnlich ist. Mischen Sie dann diese Frequenz zusätzlich mit einem angenehmen Geräusch, um sich von Ihrem Tinnitus abzulenken.
13. Wenden Sie Ihre persönliche Tinnitus-Einstellung möglichst täglich für 15 Minuten an.
14. Wenn Sie sich sehr belastet fühlen, können Sie das Programm maximal 2 Stunden hören. Aber nur, wenn Sie Ihre Tinnitus-Profil mit angenehmen Geräuschen oder Musik gemischt haben. 


Tip: Für Einstellungen, die für beide Ohren identisch sein sollen, drücke man die Taste (L+R). Dann folgt der jeweils andere Kanal.

TINNITUS HELP MIT MUSIK

Diese Funktion sollten Sie nur anwenden, wenn Sie sich gerade ungestört und in einer entspannten Atmosphäre befinden. Am besten wirkt diese Einstellung, wenn Sie sich dabei hinlegen und körperlich entspannen. Gehen Sie folgendermaßen vor:
Wählen Sie sich eines der Stücke aus und mischen Sie es mit Ihrem persönlichen Tinnitus-Profil. Ihre individuelle Tinnitus-Einstellung sollte in Verbindung mit Musik kaum noch wahrnehmbar sein. Die Musik spielt hier die Hauptrolle.
Wenn Sie sich für ein Musikstück entschieden haben, sollten Sie vorerst bei diesem einen Stück bleiben und es mindestens 14 Tage hören. Nur dann kann eine Umprogrammierung im Gehirn stattfinden (siehe „Warum kann tinnitus help bei Ohrgeräuschen helfen?“).

NOCH EIN TIP:

Viele Tinnitus-Patienten haben einen Hochtonverlust, also eine Hörstörung im hohen Frequenzbereich. Sie können über "Einstellungen > Ipod (beim Iphone) > Musik > Equalizer“ Höhen und Tiefen anpassen. Klicken Sie auf „mehr Höhen“ und (nach Bedarf) auf „weniger Bässe“. Damit trainieren Sie ihre auditive Wahrnehmung und wirken Ihrer Hörstörung entgegen.

WARUM KANN TINNITS HELP BEI OHRGERÄUSCHEN HELFEN?

Tinnitus help ist ein Programm, das in den letzten 5 Jahren während der Arbeit mit Betroffenen entwickelt wurde. Es hat sich gezeigt, daß damit tatsächlich Veränderungen im Ohr und in der auditiven Wahrnehmung stattfinden können, die sich positiv auf das körperliche und seelische Befinden auswirken.
Tinnitus help nutzt den Effekt, daß bei der Wahrnehmung des Tinnitus dieselben Systeme aktiv werden wie bei der generellen Verarbeitung auditiver Reize. Das heißt, tinnitus help greift an allen Stellen der zentralen auditiven Verarbeitung ein.
Da tinnitus help Ihre individuelle Tinnitus-Frequenz als Höreindruck abbilden kann und zusätzlich noch die Möglichkeit bietet, diese Frequenz mit angenehmen Geräuschen oder sogar mit Musik zu mischen, kann der Tinnitus in der Wahrnehmung immer mehr in den Hintergrund rücken. Sie können durch regelmäßiges Hören Ihrer individuellen Tinnitus-Einstellung lernen, Ihr Ohrgeräusch immer besser auszublenden, es zu ignorieren. In der Fachsprache spricht man auch von „Habituation“ (Gewöhnung).
Die Assoziation: „Ich höre eine Frequenz, ein oder mehrere Geräusche, oder Musik, die mir gut tun“, wird zunächst im Hippocampus, im Zentrum der Erinnerung abgespeichert. Wird dieser Vorgang wiederholt, dann arbeitet der Hippocampus als Trainer des Cortex (der Hirnrinde). Das heißt, er bietet die gespeicherte Information dem Cortex immer wieder an und sorgt so dafür, daß dieser neue Input gelernt wird. Diese Wiederholungen schleifen neue Programme in der auditiven Hirnrinde ein. Es konnte nachgewiesen werden, daß regelmäßig wiederkehrende musikalische Strukturen bestimmte Gehirnareale regelrecht „massieren“. Im negativen Sinne finden wir das Prinzip beim Tinnitus, im positiven Sinne können Sie als Betroffener lernen, Ihre angenehme „Kopfmusik“ jederzeit abrufbar zu machen.
Damit die verschiedenen Systeme im Gehirn positiv aktiviert werden, sollen die Höreindrücke

• angenehm und genußbringend empfunden werden
• dem Tinnitus-Geräusch und der Hörminderung entsprechen

So können Sie als Tinnitus-Betroffener in den Wahrnehmungsprozeß eingreifen und lernen, die Umprogrammierung der zentralen Hörbahn einzuleiten.